"Wir müssen miteinander reden!"

 

- Rendalia Vorstandsrede 2012: Antrittsrede

 

I. Einleitung: Verabschiedung des alten Vorstands

 

Bevor wir zum neuen Vorstand kommen, bitte ich um Applaus für den langjährigen Einsatz des bisherigen Vorstands Hermann Diebäcker, Werner van Husen und Thorsten Sommer.

 

II. Vorstellung des neuen Vorstands

 

Das heutige Wiedersehensfest steht unter dem Motto: „Wir müssen miteinander reden!“

Damit das in Zukunft noch besser geschehen kann, war eine der ersten Handlungen des gewählten neuen Vorstands

Stellvertr. Vorsitzende Christiane Müller (Abi 1984)

Kassenwart Ralf Böcker (Abi 1979)

Beisitzer Markus Sahle (Abi 1984)

Beisitzer Christoph Wesemann (Abi 1984)

Rendalia-Redakteur Klaus-Jürgen Schulz (Abi 1957)

und von mir, Dr. Rutger von der Horst (Abi 1982),


die Änderung der Vereinssatzung: Mitglied kann nun jeder werden, wer das Ratsgymnasium oder eine Schule, aus der das jetzige Ratsgymnasium hervorgegangen ist, besucht hat.

 

III. Aus Rendalia wird jetzt auch Randalia!

 

Und es gibt noch mehr Neues:

Denn wir - der Vorstand - meinen:

Rendale zu sein, heißt nicht nur, sich einmal im Jahr zu treffen und festzustellen, dass die anderen älter geworden sind.

 

Wie viele hier wissen, hat der Vater der Rendalia, Paul Böttner, die ersten Ausgaben des von ihm verantworteten Nachrichtenblatts des damaligen Altherrenausschusses unter dem Titel „RANDALIA“ veröffentlicht.

 

Wir als neuer Vorstand haben das aufgenommen und meinen, es sei gut, beide Begriffe inhaltlich neu zu beleben:

- Rendalia im Sinne von Rennen, also sich bewegen – auch geistig

- Randalia im Sinne von sich äußern, sich einmischen

 

IV. Website als neue Online-Heimat

 

Deshalb gibt es neben der alljährlichen Zeitschrift jetzt auch eine Website und diese ist abrufbar sowohl unter der Adresse rendalia.de wie auch unter randalia.de

 

Ich darf mich in diesem Zusammenhang beim Ehemaligen Christian Ewe für seine Hilfe und Unterstützung durch seine Firma Medienhof bedanken, die er uns auch weiterhin beim Online-Auftritt zugesagt hat.

 

V. Drei Ziele

 

Der neue Vorstand hat sich drei Ziele gesetzt:

 

1. Ziel: Den Kontakt untereinander, d.h. unter den Anwesenden zu stärken

 

Jeder Jahrgang erscheint uns wie eine Insel, deren Inselbewohner mit den jeweiligen anderen Inselbewohnern so gut wie keinen Kontakt aufnehmen oder wenn, sich dann distanziert siezen. Die Erstausgabe der RANDALIA im Dezember 1947 sprach vom Wiedersehen „im fröhlichen Duz-Comment“ - und in einem Verein duzt man sich.

 

Ich selbst habe lange das Duzen abgelehnt, habe mich fast selbst gesiezt. Ich selbst habe lange das Duzen abgelehnt, habe mich fast selbst gesiezt. Der Tod hat mich jedoch nie gesiezt und Ihr könnt sicher sein, der Tod nennt jeden beim Vornamen.

Darum mein Vorschlag: Schlagen wir dem Tod ein Schnippchen und duzen uns bereits bevor er kommt.

 

Doch egal, ob „Sie“ oder „Du“, auf jeden Fall wollen wir uns mit Euch Inselbewohnern „ver-Brücken“. Wir wollen mit Euch ins Gespräch kommen. Helft uns, kritisiert uns, redet mit uns!

 

Also: Auf meiner Visitenkarte steht Dr. Rutger von der Horst. Für Euch bin ich Rutger!

 

2. Ziel: Den Kontakt der ehemaligen zu den jetzigen Schülern stärken

 

Wir wünschen uns nicht nur eine stärkere Vernetzung unter uns Rendalen, sondern auch mit den jetzigen Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums, unserer Städterpenne. Ich greife an dieser Stelle hierzu nur zwei Vorschläge auf:

 

Erstens, Praktika.

Viele von uns, die beruflich tätig sind, könnten vielleicht Schülern des Rats einen Praktikumsplatz anbieten. Vielleicht könnte das auch noch später für Ehemalige des Rats gelten, z.B. im Studium. Also: Wer bei sich die Möglichkeit sieht, einen Praktikumsplatz anzubieten, der schreibe uns. Wir werden dann eine entsprechende Liste erstellen.

 

Zweitens, wo wir jetzt schon bei den Hausaufgaben sind:

Die großen Drei, die traditionell für Wertevermittlung stehen: „Elternhaus, Kirche und Schule“ tun sich heutzutage mitunter damit schwer. Helfen wir ihnen. Schreibt auf, was Eure Werte sind, was in Eurem Leben wichtig war, wichtig ist, um gut oder besser durch´s Leben zu kommen und sendet uns Eure „Leitlinien des Lebens“ zu.

Geplant ist, diese dann zu veröffentlichen z.B. auf der Website oder in der Rendalia-Zeitschrift.

 

Schlußendlich: Das

3. Ziel: Den Kontakt zu denen wiederherstellen, die nicht kommen

 

Verschiedentlich hören wir, dass Ehemalige nicht kommen, weil sie meinen, sie seien in ihrem Leben nicht so erfolgreich gewesen, seien vermeintlich gescheitert. Mir scheint, dass dabei „Erfolg“ zumeist an dem im Beruf Erreichten gemessen wird.

 

Nun, wenn ich mein eigenes bisheriges Leben betrachte, bin ich ein glücklicher und erfolgreicher Mensch, gerade weil ich oftmals scheitern durfte. Scheitern gehört nach meiner Erfahrung zum Leben, Scheitern macht oftmals den Erfolg erst möglich, Scheitern ist ein Geschenk. Denn nur durch das Scheitern wachsen wir. Wer hingegen niemals gescheitert ist, musste niemals wachsen, da die bisherige Größe ja ausreichte.

 

Also sagt denen, die aus Scham über vermeintliches Scheitern bislang nicht kommen wollten, dass bei uns Rendalen es nicht um „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“ geht, sondern um Erfahrungsaustausch, um die wahrhaftige Begegnung mit dem Anderen und um das Feiern des Augenblicks! Sprecht sie also an und ladet sie auf das Herzlichste ein! Sagt ihnen, wir erwarten sie beim Wiedersehensfest 2013 mit weit geöffneten Armen.

 

Und Ihr wisst ja, ich bin Rutger und ich sage Euch: Prost!